Durmitor Nationalpark

Der "Star" unter den Nationalparks mit den höchsten Gipfeln und tiefsten Schluchten

Montenegro Experte

Thomas Wöhrstein

Veröffentlicht: 8. Juli 2024

Update: 8. Juli 2024

Nationalpark Durmitor

Der Nationalpark Durmitor ist, wenn man so will, der Star unter den fünf Nationalparks in Montenegro. Er wurde bereits im Jahr 1952 gegründet und ist der einzige Nationalpark Montenegros der über die Grenzen der ehemals zu Jugoslawien gehörenden Ländern hinaus bekannt ist. Mit etwa 33.200 Hektar ist er nach dem Skadarsee-Nationalpark der zweitgrößte Park in Montenegro. Seine Bekanntheit macht sich auch in den vergleichsweise großen Besucherzahlen bemerkbar. Mit derzeit rund 140.000 Besuchern im Jahr (2023) die den Park v.a. während der Sommermonate besuchen ist er der mit Abstand meistbesuchte Nationalpark Montenegros. Die Gemeinde Žabljak ist der beliebteste Zugangsort zum Park. Denn hier befindet sich der Haupteingang und das Besucherzentrum mit seiner Dauerausstellung zu Flora und Fauna im Park. Im zugehörigen Info-Büro bekommt man alle notwendigen Informationen, Wandertips und Sicherheitshinweise sowie natürlich Wanderkarten und Souvenirs. Kleinere Zugänge zum Park gibt es auch von den Gemarkungen der Gemeinden Mojkovac, Šavnik, Pljevlja und Plužine. 

susica canyon durmitor

Der Park lässt sich grob in zwei sehr unterschiedliche Teile gliedern: Da ist einmal das schroffe, hoch hinausragende Durmitor-Bergmassiv sowie andererseits die wilde Schlucht der Tara, die den tiefsten Canyon Europas geformt hat. Weiterhin gehören zum Nationalpark die Schluchten der Draga und Sušica, sowie der obere Teil des Tals zum Komarnica Canyon. 

Das Durmitor Massiv wird von zahlreichen Berggipfeln gebildet, von denen acht eine Höhe von mehr als 2.000 m haben. Der höchste Gipfel und gleichzeitig der höchste Berg Montenegros ist der mitten im Durmitor Nationalpark gelegene Bobotov Kuk mit einer Höhe von 2.525m. 

bobotov kuk hooechster berg montenegros im durmitor np

Innerhalb der Nationalparkgrenzen gibt es 18 Gletscherseen, sogenannt “Bergaugen”, ein Erbe der letzten Eiszeit. 

susicko jezero

Die Flora und Fauna des Parks sind extrem vielfältig mit zahlreichen endemischen Arten und Relikten. Durch die jahrtausendelange Besiedlung dieser Region findet man innerhalb der Parkgrenzen auch überraschend viele kulturelle Besonderheiten wie z.B. Nekropolen, griechische und römische Friedhöfe, Kirchen und Klöster, Stecci (mittelalterliche Bogumilen-Grabsteine), sowie landestypische Almen/Katuns, Savardak (Hütten in Form von Heuhaufen) und Reste ehemaliger Wassermühlen.

Die Tara, der mit 145 km längste Fluss Montenegros mit der tiefsten Schlucht Europas (1.333 m), ist geomorphologisch, hydrogeographisch und biogeographisch einzigartig. Aufgrund ihrer Besonderheit, Unverfälschtheit und ihrer außergewöhnlichen Schönheit wurde sie 1977 in die UNESCO Human and Biosphere (MAB) Liste aufgenommen.

Der Nationalpark Durmitor ist seit 1980 als UNESCO-Weltnaturerbe ausgezeichnet. Die ganz knapp außerhalb der Parkgrenze gelegenen mittelalterlichen Bogumilen Grabsteine (Stecci) in der Nähe des Riblje Sees (bei Novakovići) und die Stecci im Dorf Bare Žugića stehen seit 2017 unter UNESCO-Schutz.

Besonders hervorzuhebende Naturschätze innerhalb des Parks sind weiterhin:

  • Crna Poda (Schwarzkiefer)
  • Škrčka See und die Wände des Sušica Canyons    
  • Barno See und unmittelbare Umgebung
  • Zabojsko See und unmittelbare Umgebung
  • Mlinski potok/Mlinski Fluss      
  • Tara Canyon         
durmitor im herbst

Natur

Flora und Vegetation

Das Durmitor-Massiv ist ein wichtiges Zentrum der typische Balkanflora, mit Vertretern der alpinen und alpin-arktischen Flora. An den südlichen Hängen, vor allem in den Canyon-Tälern, findet man submediterrane und mediterrane Pflanzenarten, während die Moorgebiete einiger Seen Enklaven für Arten darstellen, die für die sibirische Taiga charakteristisch sind.

Zahlreiche unterschiedliche Pflanzengemeinschaften in Waldökosystemen, auf Bergwiesen und -weiden, Felsklüften und -flächen, sowie Süßwasserökosysteme bilden die Vegetationsdecke im Park.

Die Wälder bedecken 34,5 % der Gesamtfläche des Nationalparks. Eine der Naturbesonderheiten ist der Schwarzkieferwald in Crna Poda, wo wunderschöne Bäume bis zu einer Höhe von 50m wachsen und bis zu 450 Jahre alt sind.

schwarzkiefer im durmitor

Von den 1.325 bislang erfassten Pflanzenarten der Durmitor-Flora sowie der umliegenden Schluchten gehören 898 Arten zur Hochgebirgsflora (über 1.500 m Höhe). Davon sind 122 Arten endemisch, d.h. sie kommen nur hier vor. Drei Viertel dieser Endemiten werden der Hochgebirgsflora zugerechnet.

Unter der reichen und vielfältigen Flora des Nationalparks sind die folgenden endemischen und/oder sehr seltenen Arten besonders hervorzuheben: Cerastium dinaricum (Dinarisches Hornkraut), Travnatolisna mišjakinja, Gelber Enzian, Varbascum durmitoreum (Durmitor Königskerze), Nikolai violet (Veilchenart), Pinguicula balcanica (fleischfressende Pflanze, die zu den Lippenblütlerartigen gehört), Euphorbia montenegrina (Distelart), Moltikia, Viola calcarata (Langsporn-Veilchen), Dafne blagayana  Freyer (Königs-Seidelbast) u.a.

fruehjahrswiesen im durmitor

Fauna

Nach ökologisch-biogeographischer Unterteilung gehört das Durmitor-Massiv zum Berggebiet der nördlichen Dinaren, was sich auch deutlich in der Struktur der Tierwelt widerspiegelt. Neben dem geographischen Faktor wurde die Vielfalt der Fauna durch orographische, klimatische, historische und anthropogene Faktoren beeinflusst, wobei einige endemische Arten und Relikte aus dem Pleistozän (der letzten Eiszeiten) und gar dem Tertiär stammen. Die Tiere des Durmitors gehören teils zur Gebirgs- und teils zur Hochgebirgsfauna, aber auch Arten, die nicht zu Bergökosystemen, sondern zu Ebenen oder gar zur Mittelmeerfauna gehören, sind teilweise vorhanden.

Den ersten Platz unter den Tierarten in Bezug auf Vielfalt und Einzigartigkeit belegen die Wirbellosen, mit einer großen Anzahl von Relikten und endemischen Arten, vor allem unter den Insekten. Sechs Arten stehen unter direktem Schutz: Schwalbenschwanz, Segelfalter, Roter Apollo, europäischer Nashornkäfer, Hirschkäfer und Waldameise.

Bachforellen, Äschen, Huchen, Seesaibling, Groppe, europäischer Bitterling und eine Molchart, die ein postglaziales Relikt darstellt und unter strengem Schutz steht, finden sich in den Flüssen und Seen der Region.

Vertreter der Herpetofauna (Amphibien und Reptilien) sind Kreuzotter, Hornviper, Felseneidechse mit ihrer scharfen Schnauze, europäische Sumpfschildkröte, Alpenmolche, Feuersalamander, der griechischer Frosch, etc.

scheltopusik panzerschleiche haeufig anzutreffende vollkommen harmlose echse

Im Durmitor-Gebiet gibt es 168 Vogelarten, von denen einige recht selten sind, z.B. Auerhuhn, Steinadler, Gänsegeier, Turmfalken, Steinkauz, Specht usw.

Säugetiere, die im Park leben, sind Bären, Gämsen, Rehe, Wölfe, Wildschweine, Kaninchen, Füchse, Marder, Bilche und viele mehr. Die Tiere sind sehr scheu, weshalb man sie leider sehr selten zu sehen bekommt. Das betrifft auch den Otter als semi-aquatischen Säugetiervertreter, der in den Flüssen Tara und Sušica lebt.

halbwilde pferde entlang des durmitor rings
schafherde im durmitor

Kultur

Das reiche kulturelle und historische Erbe im Durmitor Nationalpark lässt sich von heute bis zu den frühesten prähistorischen Perioden zurückverfolgen. Als markante Überreste prähistorischer Zeiten findet man noch mehrere illyrische Grabhügel. Auch die römische Herrschaft hinterließ Spuren in Teilen des Nationalparks, wie z.B. den Cipus (ein Stein in Daumenform), mehrere römische Steinbrücken und Reste römischer Karawanenstraßen.

Aus dem Mittelalter stammen Nekropolen mit Bogumilen Grabsteinen (Stecci), Ruinen türkischer Brücken, Reste von Wachtürmen entlang der ehemaligen montenegrinischen – türkischen Grenze, sowie Ruinen der alten Festung Pirlitor oberhalb von Lever. Die drei Klöster im Tal der Tara, Dobrilovina, Dovoljii und Đurđević Tara stammen aus dem fünfzehnten bis siebzehnten Jahrhundert.

stecci vor durmitor

Im Durmitor-Gebiet finden sich mehrere noch bewirtschaftete Almen, die hier Katuns genannt werden. Die Beweidung durch das Vieh der Almhirten ist für Teile des Parks besonders wichtig, da es der Verbuschung entgegenwirkt. Die Bewohner der Katuns sind weitgehend Selbstversorger. Ihre lokal selbst hergestellten Erzeugnisse, allen voran Käse, Wurst, Speck und Honig, werden teilweise zum Verkauf an Touristen angeboten. 

katun im durmitor

Von besonderer Bedeutung ist die volkstümlich spirituelle Tradition dieser Region, die durch Legenden, besonderen Traditionen, Anekdoten und Sprichwörter, Poesie und Partisanenlieder zum Ausdruck gebracht wird. Diese Jahrhunderte alten Traditionen wurden in besonderer Weise inspiriert durch die gewaltige, zeitweise mystisch wirkende Natur des Durmitor, geschichtliche Ereignisse und den außergewöhnlichen Persönlichkeiten in der Region Durmitor.

Tourismus

Der Aufenthalt im Durmitor Nationalpark bietet viele Möglichkeiten für einen aktiven, naturorientierten Urlaub. Wandern, Radfahren, Kajakfahren, Rafting oder zur Abwechslung Meditieren in einem der uralten Wälder im Durmitor Nationalpark sind nur einige der möglichen Aktivitäten. Neben der wunderschönen Natur ergänzt das kulturelle und historische Erbe der Region die touristischen Angebote des Parks.

eishoehle am durmitor ring

Besucherzentren

In der Nähe des Schwarzen Sees/Crno Jezero gibt es zwei Besucherzentren, von denen aus man den Park erkunden kann. In beiden Zentren finden die Besucher Informationen über die Naturschätze und die kulturellen Besonderheiten des Parks, sowie viele Informationen über mögliche Outdoor-Aktivitäten.

Das Besucherzentrum, das sich im Verwaltungsgebäude des Nationalparks befindet, zeigt eine naturhistorische Sammlung, viele Beispiele der Insektenfauna, sowie Exponate der bekanntesten Säugetiere und Vogelarten des Durmitor-Gebiets.

Das zweite, direkt am Lehrpfad um den Schwarzen See gelegene Besucherzentrum ist v.a. den touristischen Aktivitäten im Park gewidmet. Ein vollständig eingerichtetes Museums-Zimmer zeigt die traditionelle Lebensweise der Bewohner im Durmitorgebiet. Dieses Besucherzentrum ist nur während der Hauptsaison geöffnet.

In beiden Besucherzentren gibt es die Möglichkeit Souvenirs, Karten und Reiseführer zu erwerben.

Öffnungszeiten des Besucherzentrums am Haupteingang:

  • Während der Sommersaison täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr
  • Außerhalb der Sommersaison wochentags von 8:00 – 16:00 Uhr

Wandern

Das Parkgebiet wird von einem Netzwerk an beschilderten Wanderwegen mit einer Gesamtlänge von ca. 150 km erschlossen.

Folgende Wanderwege werden von der Nationalpark-Verwaltung empfohlen:

Der Naturlehrpfad rund um den Schwarzen See (ca. 4 km lang, 1,5 h, Rundweg) ist einer der meistbesuchten und bekanntesten Wanderwege im Park. Der Weg führt rund um das Ufer des Schwarzen Sees, durch einen Tannen- und Fichtenwald, und ist mit Informationstafeln und einigen Bänken zum Ausruhen ausgestattet.

schwarzer see 2

Schwarzer See – Mlinski potok/Mlinski Bach (4,6 km lang, Gehzeit 1 h und 30 min, einfach) – Der Weg führt vom Schwarzen See durch das Waldreservat Mlinski Stream/Mlinski potok, entlang des Baches, wo mehrere ehemalige Mühlen stehen.

Dobri do (Šarba-Quelle) – Škrčko ždrijelo/Škrčko Gorge – Prutaš Gipfel – Škrčka Seen (Länge ca. 14 km, Wanderzeit 4 h einfach) – Der Weg verbindet die Katuns Dobri Do und Ivan Glavica/Ivan Cap mit Panoramablicken auf die Schlucht von Škrčko ždrijelo/Škrčko Gorge (2.114 m Höhe) und den Prutaš Gipfel (2.393 m Höhe), und führt entlang der beiden Gletscherseen Großer und Kleiner Škrčko Lake.

Schwarzer See – Jaksic mlin/Jaksic mill – Bosača – Jablan bara/Jablan Pond – Red Rock/Crvena greda (Länge ca. 12 km, Gehzeit 3,5 Stunden, einfach) – Der Weg beginnt am Schwarzen See und bietet viele landschaftliche Höhepunkte. Er führt vorbei an den Überresten alter Mühlen, am Katun Jablan Bara/Jablan Teich und dem wunderschönen Barno-See. Er endet bei Red Rock/Crvena greda (2,164 m).

Mountainbiking

Der Durmitor-Nationalpark bietet gute Bedingungen für das Rad- und Pedelec-Fahren sowie das Mountainbiken. Je nach körperlicher Fitness, Erfahrung und Interesse gibt es einzelne beschilderte Wege unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade.

Die Nationalpark-Verwaltung empfiehlt folgende Fahrradrouten:

Der bekannte Durmitor Ring (Länge 86 km, Fahrzeit 9 – 10 h, Rundweg) ist einer der schönsten, abwechslungsreichsten aber auch einer der anstrengendsten Rundwege für Tourenradler, Pedelecs, Mountainbiker und Rennradfahrer im Park. Der Weg führt von Žabljak, durch einige Dörfer hinunter in den Canyon des Flusses Sušica und wieder hinauf, entlang von Katuns und Berggipfeln zum Savin kuk und zurück nach Žabljak. Der Durmitor Ring ist inzwischen durchgehend asphaltiert und daher auch gut für Rennräder geeignet. 

Žabljak – Njegovuđe – Pond of Žugić/Bare Žugića – Vražje jezero/Devil Lake – Banske kuće/Banska houses – Javorje (Länge 38 km, Fahrzeit 2 h, Rundweg) – Der Weg führt durch Nadelwälder, über Weideflächen und durch typische Durmitor-Dörfer. Besondere Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke sind die Gletscherseen Riblje/Fischsee und Vraje jezero/Teufelssee und die mittelalterlichen Grabsteine (Stecci) in der Nähe der Dörfer Bare Žugić und Riblje.

Žabljak – Ivan do/Ivan Tal – Mlinski potok/Mlinski Bach – Zminje jezero/Snake Lake (Länge 5,2 km, Fahrzeit 1-2 h, einfach) – Der Weg führt durch einen schönen, kühlen Nadelwald, entlang des Waldreservats Mlinski Potok/Mlinski Bach zum Zminje jezero/Snake Lake.

Mit dem Auto, Wohnmobil oder Motorrad

Die Panoramaroute Durmitor Ring

Trotz seiner scheinbar kurzen Länge ist der Durmitor Ring ist eine der beeindruckendsten Panoramastraßen der Region. Die Route führt durch atemberaubend schöne Regionen im Norden Montenegros, die vom Menschen weitgehend unberührt sind. Er verbindet die Gemeinde Žabljak, das Skizentrum Štuoc, die Sušica Schlucht des gleichnamigen Flusses, das Dorf Nedajno, das Piva-Gebirge, das Dorf Trsa, die Gletscherseen Valovito, Modro und Pošćensko, die markanten Berggipfel Prutaš und Sedlo, Jezerska visoravan und das Skizentrum Savin kuk miteinander und führt dann zurück nach Žabljak.

Der Runde ist 76 km lang (83 km, wenn man den Panoramablick von Ćurevac besucht) und führt durch den Durmitor Nationalpark und den Naturpark Piva.

Trotz der scheinbaren ‚Kürze‘ von nur knapp 80 Kilometer sollte man für die ausgesprochen abwechslungsreiche Tour mindestens einen vollen Tag einplanen. Es werden auch organisierte Ein- und Mehrtagestouren angeboten.

Weitere Informationen zum Durmitor Ring sowie zum sehr empfehlenswerten Audioguide findet man unter: Auf den Panoramastraßen durch Montenegro

durmitor ring 1 1

Besonders sehenswerte Aussichtspunkte

Es gibt zahlreiche Aussichtspunkte im Durmitor-Massiv, die überwältigende Panoramaerlebnisse mit Ausblicken auf die tiefen Schluchten der Tara und Sušica, auf Gletscherseen, Naturwälder, weitläufige Almen und auf die majestätisch aufragenden Gipfel des Durmitor Massives bieten.

Besonders empfehlenswert darunter sind:

Ćurevac (1.625 m Höhe) – unterhalb dessen sich die Tara am tiefsten in ihre Schlucht eingeschnitten hat (1.333 m). Von hier aus kann man viele Kilometer des Tara-Canyons sowie das kleine Dorf Tepca sehen. 

Gipfel Sedlana greda/Sattelkamm (2.227m Höhe) – der wegen seiner Schönheit und seines besonderen Aussehens auch als Sedlo bogova/Sattel der Götter bekannt ist.  Von hier aus sind die Seen Modro und Valovito sowie die Berggipfel “Šareni pasovi/Bunte Schichten” und der Šljeme zu sehen.

Dorf Nedajno (1.480 m Höhe) – Von hier aus hat man einen überwältigenden Blick auf den Sušica Canyon und auf das kleine noch ganzjährig bewohnte Dorf Mala Crna Gora/Kleines Montenegro, sowie auf einige besonders schöne Katuns (Almen). 

Rafting

Die spektakulärste Outdoor-Aktivität im Durmitor Nationalpark ist das Raften auf der Tara. Diesen Fluss auf Raftingbooten hinunterzufahren ist ein unvergessliches Abenteuer, insbesondere im Frühjahr und Frühsommer, wenn der Wasserstand der Tara noch hoch ist. Es gibt verschiedene Raftingtouren von ein bis drei Tagen länge im Angebot der professionellen Anbieter.  

Hier drei Beispiele unterschiedlicher Länge:

Splavište (camp II) – Žugić port (Länge 14 km, Raftingzeit 3-4 h, Tagestour) – Die Hauptattraktionen dieser Tour sind die Mündung des Flusses Ljutica und die Brücke Đurđević Tara.

Splavište (camp II) – Žugić port – Radovan port (Länge24 km, Raftingzeit 5-6 h, ein- oder zweitägige Tour) – Die Hauptattraktionen dieser Tour sind: die schmalen Passagen von Trešnjak, das Kloster des Erzengels Michael, die Klamm-Passagen (Archangel narrow passages), Neviđen und Zeleni vrhovi/Grüne Gipfel, die Mušova und Bijela Quellen, die engen Passagen von Crna ploča /Schwarzer Tisch, Obodina, Lazin kamen/rock, Sige (Bobovske) und die Draga Flussmündung.

Splavište (camp II) – Žugić port – Radovan port – Brštanovica – Šćepan field (Länge  60 km, Raftingzeit 10-11 h, Zwei- oder Dreitagestour) – Die Hauptattraktionen hier sind: Tepački schmale Passagen, Bajlović Sige, die Mündung des Flusses Sušica, Jovovic Sig sowie zahlreiche Bäche und Quellen: Skakavac, Brasanovic, Varda, Ćelije und Mladac, Uzlup, und Mahnito.

tara

Kajakfahren auf der Tara

Kajakfahren ist an einigen Stellen auf der Tara erlaubt, aber insbesondere bei höherem Wasserstand im Frühjahr und Frühsommer nur wirklichen Könnern empfohlen. Als Kajakfahrer hat man anders als die Rafter die Möglichkeit, die Naturschönheiten und die Magie der Schlucht alleine oder in einer kleinen Gruppe zu erleben. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit an einer organisierten Kajaktour teilzunehmen oder sich einen persönlichen, ortskundigen Guide für seine eigene Tour zu buchen. Auch Packrafting ist möglich. Dazu werden v.a. die Sommermonate empfohlen, wenn der Wasserstand niedrig ist.

Drei typische Touren auf der Tara sind:

Bistrica – Kulina – Raft (Camp II) (Länge20 km, Kajakzeit 3-4 h, Schwierigkeitsgrad III-V) – Die Attraktionen dieser Tour sind der Schwarzkiefer-Regenwald Crna poda, das Teufelstal – im Fluss stehende große Felsen, enge Flusskehren und die natürliche Schönheit der Schlucht selbst. Zwischen Kulina und Splavište und Strugs ist der Wasserstand im Hochsommer oft so niedrig, dass die Kajaks für eine kurze Strecke (ca. 15 Meter) getreidelt werden müssen.

Raft (Camp II) – Radovan Port (Länge25 km, Kajakzeit 4-5 h, Schwierigkeitsgrad I-III ) – Die besonderen Sehenswürdigkeiten der Tour sind: Trešnjak Engstelle, das Kloster des Erzengels Michael, die Engstelle des Erzengel (Archangel narrow passages), Neviđen und Zeleni vrhovi/Grüne Gipfel, die Mušova und Bijela/Weiße Quellen, die Engstellen von Crna ploča /Schwarzer Tisch, Obodina, Lazin kamen/rock, Sige (Bobovske) und die Einmündung der Draga in die Tara.

Radovan port – Brštanovica  (Länge25 km, Kajakzeit 5-6 h, Schwierigkeitsgrad I-III) – Die Attraktionen hier sind: die Engstelle Đurasica, Tepački Engstelle, Siljevak Engstelle, die Engstelle Lizavica, Bajlović sige, die Engstelle Zamosten, sowie die Einmündung des Flusses Sušica

Bootfahren und Kajakfahren auf dem Schwarzen See

Rudern und Kajakfahren auf einem der schönsten Seen Montenegros – dem Schwarzen See – wird vom Nationalpark aus organisiert. Der Nadelwald, der den See umgibt, und die Berggipfel von Međed/Bear, Savin kuk und Crvena greda/Red Rock sind die Kulisse für eine gemütliche Bootstour mit Miet-Ruderbooten oder Kanus. Der See liegt auf 1.416 m Höhe und besteht aus zwei kleineren Seen, die durch einen schmalen Bach verbunden sind.

Boote und Kajaks können im Besucherzentrum am Schwarzen See gemietet werden.

Lesewald

In der Nähe des Besucherzentrums, am Ufer des Schwarzen Sees, befindet sich ein Lesewald, der mit Hängematten und Bücherregalen ausgestattet ist. Mit einem guten Buch in der Hand können die Besucher hier im Schatten des Nadelwaldes die Natur in vollen Zügen genießen.

Angeln

Freizeitfischen ist zwischen Mai und Oktober im Schwarzen See und im Tara Canyon mit einem Angelschein gestattet. Der Schein ist im Parkverwaltungsgebäude oder vor Ort beim diensthabenden Ranger erhältlich. Das Angeln ist nur an bestimmten Tagen und an bestimmten Orten mit einer Angelrute und mit einem künstlichen Köder erlaubt. Die häufigsten Arten, die gefangen werden können, sind Forellen, arktische Saiblinge und Äschen. Wir empfehlen, die gefangenen Fische wieder in den Fluss bzw. in den See zurück zu setzten (catch and release). Bitte die sich jährlich ändernden Regeln beim zuständigen Ranger erfragen und beachten.

Schneeschuhwandern

Skizentrum Savin Kuk – Black Lake (Länge 6,7 km, Gehzeit 2 h, einfach) – Die Strecke zum Schneeschuhwandern beginnt am Skizentrum Savin Kuk. Der Weg führt durch einen Fichten- und Tannenwald ständig sanft auf und ab bis zum Schwarzen See.  Er ist mit “Schneeschuh-Markierungen” besonders gekennzeichnet und eignet sich für Benutzer jeden Alters. Dieser Schneeschuh-Wanderweg ist ein spannendes Wintererlebnis in einem Nationalpark der zur Winterzeit noch fast menschenleer ist.

Schneeschuhe können im Besucherzentrum, das sich im Verwaltungsgebäude am  Haupteingang des Nationalparks in Zabliak befindet, geliehen werden. 

winter im durmitor

Warnung! Der Durmitor ist berühmt-berüchtigt für seine extremen Wetterwechsel in kürzester Zeit, sowie schnell aufziehende starke Gewitter zur Sommerzeit. Es gibt nur wenige Schutzhütten im Park. Die Wanderwege sind zwar markiert, trotzdem passiert es jedes Jahr, dass sich Wanderer während Extremwettern verlaufen. Eine gute Ausrüstung mit geeignetem Schuhwerk, sowie Kartenmaterial einschließlich der Fähigkeit dieses lesen zu können, sind unbedingt erforderlich. In vielen (aber nicht allen) Teilen des Parks gibt es Handyempfang der allerdings nur nützlich ist, wenn der Handyakku aufgeladen ist. 

Eine rein ehrenamtlich und nebenberuflich arbeitende, sehr engagierte Bergwacht ist zwar vorhanden, deren Kapazitäten sollten aber nicht überschätzt werden. 

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